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Neue Studie erschienen!

Pflegepersonalbesetzung in der stationären Psychiatrie: Eine multizentrische Studie mit Routine- und Strukturdaten.

Zusammenfassung:

Wie viele Pflegefachpersonen auf einer psychiatrischen Station arbeiten sollen, lässt sich bislang kaum verlässlich planen. Es fehlen Kennzahlen, die den Pflegebedarf der Patientinnen und Patienten zuverlässig abbilden. In Schweizer psychiatrischen Kliniken wird bei jedem Ein- und Austritt routinemässig erfasst, wie stark Betroffene durch Symptome und Alltagsprobleme belastet sind – mit einem standardisierten Instrument namens HoNOS (Health of the Nation Outcome Scales). Wir wollten wissen, ob sich diese ohnehin vorhandenen Daten nutzen lassen, um den Personalbedarf besser zu begründen.

Dazu verknüpften wir Routinedaten von 25’294 Behandlungsfällen aus dem Jahr 2022 mit Angaben von Stationsleitungen zur üblichen Personalbesetzung. Beteiligt waren 107 Erwachsenenstationen aus 13 psychiatrischen Kliniken der Deutschschweiz – rund ein Drittel aller stationären psychiatrischen Behandlungen in der Schweiz.

Die Stationen unterschieden sich stark: in ihrer Grösse, ihrem Behandlungsauftrag und in der Belastung ihrer Patientinnen und Patienten. Die Personalbesetzung war dagegen relativ einheitlich. Eine Station hatte durchschnittlich 21 Betten, im Frühdienst arbeiteten typischerweise zwei diplomierte Pflegefachpersonen. Dennoch zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Stationen mit höherer Symptombelastung wiesen mehr Pflegestellen auf. Eine um 20 Prozent höhere HoNOS-Belastung entsprach rund 48 zusätzlichen Pflegestunden pro Woche oder 1,3 Vollzeitstellen mehr pro Jahr. Auffällig war zudem, dass kleinere Stationen im Vergleich zum berechneten Wert eher weniger, grössere eher mehr Personal hatten. Unsere Ergebnisse zeigen, dass bereits vorhandene Routinedaten den Pflegebedarf abbilden können, ohne dass zusätzlicher Dokumentationsaufwand entsteht. Sie bieten damit eine pragmatische Grundlage für transparentere und nachvollziehbarere Diskussionen über die Personalplanung in der Psychiatrie – ergänzt um strukturelle Merkmale der Station und den lokalen Kontext.

Unterstützung

MatchRN Psychiatrie wird durch die Vereinigung Pflegekader Psychiatrie Schweiz (VPPS) und die die teilnehmenden Kliniken unterstützt.

MatchRN Psychiatrie ist eine multizentrische Studie in psychiatrischen Kliniken der Deutschschweiz. Dabei werden Zusammenhänge zwischen Pflegestrukturen und -prozessen sowie Pflegepersonal- und Patientenergebnissen untersucht. Die Ergebnisse werden den teilnehmenden Kliniken als Benchmarkbericht zur Verfügung gestellt.