
Aktuell
Neue Studie erschienen!
Stationsleitungen zwischen schwankender Nachfrage und fixer Personalbesetzung: Eine quantitative Studie in der psychiatrischen Pflege
Zusammenfassung:
In psychiatrischen Kliniken schwankt die Zahl der Patientinnen und Patienten oft, während Dienstpläne und Personalbesetzung in der Pflege meist fix sind. Diese Studie untersuchte, wie stark die Auslastung psychiatrischer Stationen über die Zeit variiert und wie Stationsleitungen darauf reagieren. Dazu wurden Routinedaten von 116 Stationen aus 13 Schweizer Kliniken ausgewertet und Stationsleitungen befragt. Die Daten zeigten deutliche Schwankungen in der Belegung. Trotzdem halten die meisten Stationsleitungen an der geplanten Personalbesetzung fest und gleichen Spitzen vor allem über individuelle Lösungen aus, etwa Überstunden oder Einspringen aus dem Frei. Strukturelle Massnahmen wie Verlegungen oder Bettenschliessungen werden selten genutzt. Flexible Arbeitsmodelle werden grundsätzlich als hilfreich für die Personalbindung gesehen, gelten im Schichtbetrieb aber als schwer umsetzbar. Insgesamt zeigt die Studie, dass der Umgang mit Nachfrageschwankungen häufig kurzfristig und zulasten individueller Pflegender erfolgt. Künftig könnten datenbasierte Werkzeuge zur besseren Vorhersage von Belastungsspitzen sowie organisatorische Unterstützung der Stationsleitungen helfen, Versorgung und Arbeitsbedingungen zu sichern.
Unterstützung
MatchRN Psychiatrie wird durch die Vereinigung Pflegekader Psychiatrie Schweiz (VPPS) und die die teilnehmenden Kliniken unterstützt.
MatchRN Psychiatrie ist eine multizentrische Studie in psychiatrischen Kliniken der Deutschschweiz. Dabei werden Zusammenhänge zwischen Pflegestrukturen und -prozessen sowie Pflegepersonal- und Patientenergebnissen untersucht. Die Ergebnisse werden den teilnehmenden Kliniken als Benchmarkbericht zur Verfügung gestellt.